
Fr., 08. Jan. | Zürich
„Von Engelstimmen und Tastenzauber“ – Grosse Tonhalle Zürich
Zwei Meisterwerke im Rückblick durch die Jahrhunderte
Empyrean Orchestra und Zürcher Sängerknaben unter der Leitung von Kevin Griffiths, mit dem 16-jährigen Ausnahmetalent Justus Eichhorn am Klavier.
Programm: Ralph Vaughan Williams – Fantasie über ein Thema von Thomas Tallis · Ludwig van Beethoven – Klavierkonzert Nr. 4 in G-Dur, op. 58 · Pause · Felix Mendelssohn – Ein Sommernachtstraum. Mitwirkende: Empyrean Orchestra, Zürcher Sängerknaben, Kevin Griffiths (Dirigent & Künstlerische Leitung), Justus Eichhorn (Klavier). Preise: CHF 120 / 100 / 85 / 65 / 40.
Dieses Programm vereint Werke, die auf besondere Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbinden. Thomas Tallis und William Shakespeare gehörten derselben grossen Kulturzeit an. Als Tallis starb, war Shakespeare ein junger Mann.
Mit einem Abstand von rund zweihundert Jahren wandte sich Felix Mendelssohn der Welt Shakespeares zu und schuf mit dem Sommernachtstraum Musik voller Leichtigkeit, Witz und Zauber, von der Ouvertüre bis zum festlichen Hochzeitsmarsch.
Ralph Vaughan Williams blickte seinerseits über die Jahrhunderte auf Thomas Tallis zurück. In seiner Fantasia on a Theme by Thomas Tallis verwandelte er eine Melodie des 16. Jahrhunderts in ein Werk von grosser Weite, Leuchtkraft und spiritueller Tiefe.
Im Beethovenjahr 2027, zweihundert Jahre nach dem Tod des Komponisten, richtet sich der Blick nun auch zurück auf Beethoven. Sein 4. Klavierkonzert stellt den einzelnen Menschen und seine Stimme ins Zentrum. Schon der ungewöhnliche Beginn, bei dem das Klavier spricht, bevor das Orchester einsetzt, verleiht dem Werk etwas unmittelbar Persönliches.
Besonders deutlich wird dies im langsamen zweiten Satz. Hier nimmt die Musik beinahe rezitativischen Charakter an. Das Klavier antwortet auf die schroffen Gesten des Orchesters mit einer freien, sprechenden Linie. Musik wird zur Rhetorik, Klang zu Rede und Gegenrede, fast wie in einem Schauspiel Shakespeares, in dem sich Prosa und Poesie, dramatische Geste und lyrische Innigkeit begegnen.
Den Solopart übernimmt das junge Ausnahmetalent Justus Eichhorn.
So entstehen faszinierende Verbindungen über die Jahrhunderte hinweg. Mendelssohn beschwört Theater, Fantasie und Mondschein des alten England, Vaughan Williams dessen Kathedralen, Erinnerung und geistliche Klangwelt, und Beethoven stellt dazwischen den einzelnen Menschen, seine Stimme und den unmittelbaren musikalischen Dialog ins Zentrum.
